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  • Hallo Zusammen,


    ich muss mal dumm fragen - fällt mir ja nicht schwer :) :Von allen früheren Fahrzeuge mit Automatik-Getriebe war ich es gewohnt, dass bei längeren Gefällstrecken zum Schonen der Bremsen sinnvollerweise mittels Wählhebel ein niedrigerer Gang eingelegt wird, der Motor dann zwar erst einmal höher dreht das Fahrzeug über die Motorbremse nicht mehr schneller wird oder – im besten Fall – abgebremst wird. Das hat bei Wandler-Automatik-Getrieben funktioniert und auch beim DSG des letzten Galaxy – und beim Schaltgetriebe dürfte das nicht anders sein aber ein solches Auto konnte ich aus persönlichen Gründen nie nutzen…


    Nun kennen wir Berliner "Flachland-Tiroler" keine Berge, so dass ich diese Funktion auf den ersten rd. 20.000 KM nicht testen konnte. Einmal hatte ich auf einer Dienstreise ein ordentliches Gefällt, erlebte dort aber, dass der Motor zwar „aufjault“ aber eine Bremswirkung fast nicht zu spüren ist. Ich habe mich dann etwas belesen und kam zu dem Ergebnis, dass es wohl daran liegt, dass ich nicht im Sportmodus gefahren bin sondern im „Normal-Modus“ der Getriebeeinstellung. Und die vergisst ja auch ganz schnell, welchen Gang ich vielleicht über die Paddles eingestellt habe und kocht wieder ihr eigenes Süppchen…


    Seit einigen Tagen sind wir im Osterurlaub und die Weltstadt hier mit ihren rd. 180 Einwohnern, die wir nun zum 17. Mal besuchen, kann über zwei Straßen erreicht werden, die wir auch regelmäßig nutzen. Eine davon hat ein durchaus „sehenswertes“ (…) Gefälle und so hoffte ich, dass die Bremswirkung beim Sport-Modus des Getriebes spürbar wäre. Als mein Sohn aber bei der Anreise diesen auf meine Bitte in einlegt, das Getriebe bei etwas zu hoher Geschwindigkeit herunterschaltete passierte: Na ja, nichts, was die Bremswirkung angeht – der Motor ist aber schön aufgeheult… (Kann nicht schaden, sonst hätte die Automatik das Herunterschalten nicht zugelassen). Da wir ich nun schon erstaunt.


    Also: Auto ausgepackt, Sohn wieder eingepackt und noch mal den Berg rauf. Diesmal bei dem Tempo, mit dem ich den Berg eigentlich hinunterfahren wollte, den Sportmodus eingelegt und heruntergeschaltet. Von der Drehzahl hätte ich erwartet, dass das Auto bremst – aber nichts dergleichen: Er hat die Geschwindigkeit gehalten und ist mit hoher Drehzahl und entsprechen laut in dem Dorf angekommen.


    Gibt es die Motorbremse nicht mehr? Wie fahre ich denn dann einen Pass herunter, der weit länger ist als die jetzt knapp zwei Kilometer lange Strecke, wo man sich wegen Fading noch keine Gedanken machen muss? Oder ist mein Wagen die große Ausnahme und bei anderen funktioniert das besser???

  • Ich fahre ja jetzt meinen dritten Mondeo mit PowerShift und eine "richtige" Bremswirkung konnte ich bei keinem feststellen. Gebremst habe immer ich und nicht das Getriebe. Gäbe aber nie Probleme was Überhitzen oder ähnliches angeht.

  • letztes Jahr Berchtesgaden/Kehlsteinhaus...die Abfahrt (noch mit meinem Focus Powershift) war nicht wirklich angenehm. Bei Gefälle von tlw. 24% war ich etwas ratlos wie ich richtig abfahren sollte. Die Bremse war (trotz vorsichtig dosiertem) bremsen irgendwann so heiß, dass es stark roch und ich Angst hatte, dass ich ohne unten ankomme...Motorbremse war praktisch nicht vorhanden, da die PS beim schneller werden irgendwann in den nächsten Gang schaltet, ich dies nur mit etwas bremsen verzögern kann...


    ich war heilfroh als ich unten war.


    Mit dem Mondeo ist es nicht besser...ich Harz in diesem Winter, habe ich es ebenso erfahren müssen. Man kann zwar mit den Lenkradpaddel herunterschalten aber die PS schaltet dann auch wieder hoch, verhindern kann man das nicht. Man hätte, wie es bei den alten Automatiken war Schaltstufen 1 & 2 für die Berge mit verbauen sollen...

    MK5 Titanium Turnier, 2.0 TDCI 150 PS, Powershift (BJ 02/2015) ... Spritmonitor.de

  • Also ich nutze die Motorbremse ganz gerne, wenn ich an eine rote Ampel heranrolle. Das funktioniert auch ganz gut. Zumidest im 2. und 3. Gang ist das Bremsmoment stark genug, um wirklich eine Verzögerung wahrnehmen zu können.


    Aber wie du schon sagst, das Getriebe kocht sein eigenes Süppchen. Auf längerer Strecke konnte ich die Motorbremse noch nicht testen, wie gesagt immer nur wenige Meter vor Ampeln..

  • Na ja, dann stelle ich mich ja scheinbar nicht zu blöd an...


    Das mit dem automatisch wieder hochschalten habe ich auch erlebt - aber nicht, wenn ich zuvor den Sport-Modus gewählt habe. Da bleibt der manuell gewählte Gang gefühlt erhalten - wobei ich noch keine wirklich langen Abfahrten meistern musste...

  • auf S hatte ich es noch nicht versucht...das war sicher bei mir das Problem, dass die PS zu früh weiter geschaltet hat...muss ich bei der nächsten Bergfahrt mal probieren...

    MK5 Titanium Turnier, 2.0 TDCI 150 PS, Powershift (BJ 02/2015) ... Spritmonitor.de

  • Ich weiß nicht genau wie es bei euch ist
    aber
    ich habe zum Verstärken der Motorbremse (Automatikgetriebe) die "L" Stellung.
    Probiert habe ich es aber bisher noch nicht.


    Auszug aus der Anleitung:

  • Die Powershift bei 180PS oder 211PS hat keine L Stellung.
    Motorbremse geht aber natürlich schon (wie schon geschrieben). Einfach in S Sportmodus und per Schaltwippen den gewünschten Gang mit hoher Drehzahl (Bremsleistung) wählen. Ist dann im Prinzip wie bei einem Handschalter mit selbst gewähltem Gang. Das sollte aber jeder wissen, der öfters in den Bergen unterwegs ist...

  • Motorbremse geht aber natürlich schon (wie schon geschrieben). Einfach in S Sportmodus und per Schaltwippen den gewünschten Gang mit hoher Drehzahl (Bremsleistung) wählen. Ist dann im Prinzip wie bei einem Handschalter mit selbst gewähltem Gang.


    Ja - aber genau das funktioniert hier nicht - bzw. nicht annährend so, wie ich es von früher her kenne. Klar: Die Motor-Drehzahl steigt erheblich aber die Bremswirkung geht gegen Null...


    Siehe heretics Beitrag von gestern, 10.22 Uhr!

  • Ich will nicht querulieren oder widersprechen, aber da wird dann einfach das subjektive Gefühl täuschen.
    Fakt ist, dass ein Motor immer höheren Widerstand hat bei steigender Drehzahl. Umso näher man an der maximalen Drehzahl ist, desto höher der Widerstand ("Motorbremse"). Natürlich beschleunigt das Auto weiter, wenn der Berg steil genug ist, aber die Bremsleistung ist trotzdem da. Theoretisch könnte man das Auto in den Drehzahlbegrenzer rein rollen lassen, aber das will man sich nicht an hören und die Gefahr eines Motorschadens ist dann zu groß.
    Definitiv ist die Motorbremse da (am größten natürlich mit kleinem Gang in hoher Drehzahl) nur wer die wie wahr nimmt ist unterschiedlich.
    Hätte der Mondeo keine Motorbremse, dann wäre er das erste perpetuum mobile und ein Wunder ohne Widerstand.

  • Als ich in der Rhön unterwegs war, hat die Automatik auch heruntergeschaltet, als ich mit Tempomat die
    Geschwindigkeit vorgegeben habe.
    Ok, war jetzt nicht so bergig aber einige Strassen waren schon ganz ordentlich. Konnte da nicht
    meckern.

  • Theoretisch könnte man das Auto in den Drehzahlbegrenzer rein rollen lassen, aber das will man sich nicht an hören und die Gefahr eines Motorschadens ist dann zu groß.

    nein, dass kann man eben gerade nicht (zumindest nicht bei Automatik)...die PS schaltet ganz normal, als würde man auf der Geraden fahren in einem für die PS optimalem Moment. Wenn man also bergab fährt und dabei zunehmend schneller wird, dann schaltet die Automatik einfach weiter in den nächsten Gang und das kann man nur etwas hinauszögern indem man abbremst...


    also bitte nicht Automatik (bzw. PS) mit Handschalter verwechseln

    MK5 Titanium Turnier, 2.0 TDCI 150 PS, Powershift (BJ 02/2015) ... Spritmonitor.de

  • Hallo erstmal, bin neu hier.


    Hier fehlt eine ganz wichtige Angabe! Welche Motoren habt ihr?


    Es macht doch einen großen Unterschied, mit welchem Moment der Motor bremst. Mein 180er hat bei 2500U/min eine derartige Bremswirkung. Von sowas konnte ich in meinem 1,6er Octavia nur träumen! Bei allen Motoren unter 2 Liter Hubraum kann man die Bremswirkung als solche vergessen.


    Ich komme damit im Erzgebirge super zurecht.


    Edit: der [definition=106,0]TE[/definition] hat den selben Motor wie ich... kann es nicht mehr nachvollziehen.

  • Hallo und herzlich willkommen in Forum.


    Vieleicht sieht man sich ja mal auf der Staße.


    Glück Auf! Aus dem Erzgebirge :)

  • Hallo,


    ich habe mich hier neu angemeldet, weil ich dieses Thema noch mal hochziehen möchte, denn leider ist hier ja noch kein Ergebnis gefunden worden.

    Meine Erfahrungen decken sich in kurzen Worten völlig mit denen im Beitrag #1 von ThommyBerlin beschriebenen. Insbesondere finde ich auch die fehlende Motorbremse (korrekt eigentlich Schleppmoment) bei Bergfahrten wirklich kritisch und würde sogar sagen, dass man einem Familienvater mit Urlaubsgepäck solch eine Auslegung nicht zum Kauf empfehlen kann, siehe auch #3 von Heretic.


    Denjenigen, die das Problem in ihren obigen Beiträgen relativieren, möchte ich ausdrücklich widersprechen - es ist ein Thema! Dazu folgender Hintergrund:

    Den aktuellen Mondeo mit 180 PS TDCI fahre ich seit 7.000 km und habe vorher 133.000 km auf dem Vorgänger mit 163 PS TDCI gehabt und davor weitere 128.000 km auf dem ersten BA7 mit 140 PS TDCI. Alle mit Schaltgetriebe (liegt also nicht an PS oder Automatik). Alle auf der immer gleichen Strecke zur immer gleichen Arbeitsstätte. Einen auch auf der gleichen Alpenstrecke in den Urlaub.


    Dieser aktuelle Motor nun ist in seinem Verhalten vollkommen anders als die Vorgänger. Während ich zuvor wunderbar mit der Motorbremse die Geschwindigkeit dem normalen Verkehrsfluss anpassen konnte und bis zum Verkauf nur die hinteren Bremsbeläge ersetzen mußte, bin ich nun ständig gezwungen, das Auto mit der Betriebsbremse einzufangen. Vorausschauendes Fahren wie früher funktioniert nicht mehr, ich muß einfach immer bremsen :-( Egal in welchen Gang ich runterschalte, das Schleppmoment ist in Relation zur Fahrzeugmassse vernachlässigbar. Und ja, das ACC ist aus. Außerdem geht tatsächlich die Verbrauchsanzeige auf 0, also kann man annehmen, das kein Diesel eingespritzt wird.


    Im Alltag mit leerem Auto einfach nur lästig - nach meiner jüngsten Urlaubsfahrt über die Alpen halte ich das wie o.a. nun für einen riskanten Auslegungsfehler von Ford, denn nicht immer hat man neue Bremsen. Und schließlich würde mehr Schleppmoment auch dem Abstandsregeltempomaten eine harmonischere Fahrweise erlauben - auch der muss ja immer bremsen, weil er die Fuhre mangels Schleppmoment nicht rechtzeitig anpassen kann.


    Noch etwas irritiert mich: Ich meine gelesen zu haben, dass Generator und Klimakompressor bevorzugt im Schiebebetrieb aufgeschaltet werden, wäre ja auch ein sinnstiftender Effizienzgewinn. Da solch ein Klimakompressor bei den kürzlichen Temperaturen aber schon ein paar kW Leistungsaufnahme hat, müsste man das doch in Form eines deutlich erhöhten Schleppmoments merken????


    Meine Frage an die Community:

    - Hat inzwischen jemand neuere Erkenntnisse zu der schwachen Motorbremse? Es gibt ja wohl auch ein anderes Verhalten, siehe #16.

    - Kann man was codieren?

    - Gibt es diesbezügliche Updates für das Steuergerät?

    - Hat sich bei einem von Euch das Verhalten nach Werkstattbesuch geändert?


    Bevor ich mich an die Werkstatt wende, hätte ich gerne etwas Background. Würde mich sehr freuen, wenn es hier Erkenntnisse auch für andere Betroffene gäbe - danke im voraus!

    Gruss carsten

  • Die Motorbremswirkung ist rein mechanisch begründet und hängt mit der Reibung im Antriebsstrang sowie dem Gewicht des Fahrzeugs zusammen. Ein leichtes Fahrzeug mit viel Reibung im Antriebsstrang entfaltet die größte Bremswirkung.


    Erhöhen lässt sich die Bremswirkung durch Erhöhung der Drehzahl, d.h. herunterschalten. Viel mehr Möglichkeiten hast du nicht (man könnte jetzt noch die Klimaanlage voll aufdrehen und möglichst viele elektrische Verbraucher einschalten, das wird es aber nicht herausreißen).


    Grundsätzlich werden Fahrzeuge einerseits schwerer, andererseits effizienter. Letzteres ist an sich eine gute Sache (weniger Treibstoffverbrauch), führt aber unweigerlich zu niedriger Wirkung der Motorbremse.


    Was du suchst wäre ein Fahrzeug mit min. 6 Zylindern (mehr sind besser) und Allradantrieb. Jeder zusätzliche Zylinder erhöht die Reibung im Antriebsstrang, ebenso wie permanenter Allradantrieb. Alternativ Fahrzeuge mit (teil)elektrischem Antrieb, hier kann durch Rekuperation (Energierückgewinnung) ein ähnlicher Effekt erzielt werden.

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